Archiv für 30. Juli 2008

30
Jul
08

Die Carmen Sylva

>>> Leitspruch der 31. Woche

Irussisch-türkischen Krieg von 1877–1878 widmete sie sich der Pflege von Verwundeten und gründete den Elisabeth-Orden (ein goldenes Kreuz an einem blauen Band) zur Auszeichnung ähnlicher Hilfeleistungen.
Als rumänische Königin war sie sozial sowie auf kulturellem Gebiet aktiv und trug durch ihre Übersetzungen aus dem Rumänischen auch zu einem besseren Verständnis dieses Landes bei. mehr bei wikipedia.org
Zu Ihrer äußerte sich Karl Kraus in einem Kommentar.

Die Fackel (1899-1936)

Die Carmen Sylva

Philanthrop. Carmen Sylva ist keine bedeutende Schriftstellerin, wohl aber eine tüchtige Krankenpflegerin. Wir wollen es nach einem Artikel über das Befinden des Königs von Rumänien, den sie vor einigen Wochen für die ›Neue Freie Presse‹ schrieb, gerne glauben. Nicht alle Königinnen schreiben Krankenberichte für die Tagespresse. Und die, die es täten, würden die Klage nicht anbringen: »Schade, dass niemand in den Frieden und die Harmonie dieses Krankenzimmers hineinblicken kann!« Erstens, weil Königinnen es in der Regel nicht bedauern, dass dem Publikum der Eintritt in ihr Schlafzimmer verboten ist; und zweitens, weil die freiwillige publizistische Lüftung des Schlafzimmers solche Klage ohnedies Lügen straft. Carmen Sylva aber begründet ihre literarische Stilisierung der Bulletins vom Krankenlager ihres Gatten — früher hieß es einfach: »Temperatur hoch, Auswurf reichlich« — mit der Versicherung: »Gott hat mir doch die Feder in die Hand gegeben«. Da läuft natürlich eine kleine Verwechslung mit. Von Gottes Gnaden sind die Könige in der Regel nur Könige, nicht Schriftsteller. Schriftsteller sind sie von Gnaden der liberalen Presse, die ihnen günstige Buchkritiken schreibt, wenn sie ihr gelegentlich etwas Handschriftliches zur Verfügung stellen. Die ›Neue Freie Presse‹ ist sogar bereit, ihrer Verbindung mit Carmen Sylva zuliebe Judenverfolgungen zu unterdrücken. Oder vielmehr: Judenverfolgungen Vorschub zu leisten und bloß die Nachrichten darüber zu unterdrücken.Man berichtet mir von einer solchen Volksbelustigung, die kürzlich wieder in Rumänien stattgefunden habe, und über die in der ›Neuen Freien Presse‹ keine Silbe zu lesen war.Dagegen wird hier und in allen journalistischen Zentren des Liberalismus neuestens ein Hochlied auf das Judentum zitiert, das Carmen Sylva in der Zeitschrift ›Mode von heute‹ angestimmt hat. Dabei ist es leider nicht bekannt geworden, ob dieses Bekenntnis auch in rumänischer Sprache geschrieben ist. In Westeuropa könnte es nämlich — abgesehen von der Gunstwerbung für Carmen Sylvas Bücher bei der liberalen Presse — bloß den judenfeindlichen Bewegungen, die hier längst im Rückgange sind, auf die Beine helfen. Dagegen wäre es gewiß nicht schädlich, wenn Carmen Sylva ihre engeren Landsleute in die judenfreundliche Lehre einweihte. Dies ist auch die Meinung eines höheren österreichischen Staatsbeamten, der mir über einen Vorfall berichtet, dessen Zeuge er in Bukarest am 16. August 1905 gewesen ist. »Ein rumänischer Herr zerschlug an jenem Abende aus Übermut einem armen jüdischen Straßenhändler eine Gipsfigur. Als der geschädigte Händler mit vollem Rechte Ersatz heischte, wurde er über Verlangen des Rumänen durch einen bereitwilligen Polizisten in das Polizeihaus abgeführt und ohne Verhör oder Aufnahme des Tatbestandes körperlich gezüchtigt. Der zahlreich angesammelte Pöbel durfte die Prozedur durch die unverhängten Fenster von der Straße aus beobachten und mit beifälligen Bemerkungen begleiten. So oft ich mich dann erkundigte, ob in Rumänien noch geknutet werden dürfe, wurde mir die stolze Antwort zu teil: ›Wir Rumänen leben in einem Verfassungsstaate, wir eifern ausschließlich den Beispielen französischer Kultur und Humanität nach; die körperlichen Strafen sind längst abgeschafft, in der Züchtigung eines frechen Juden aber wird niemand eine Gesetzesverletzung erblicken können.‹ Dieses Erlebnis fiel mir ein, als ich das mit Marlitt’scher Rührseligkeit geschriebene Humanitätsbekenntnis Carmen Sylvas in der liberalen Presse gelesen hatte.« — Nun ja, Bestialität im Lande ist immer mit einem stark entwickelten Export von Toleranz gepaart. Blicket fest in die Sonne der Humanität, die im Namen Carmen Sylva die Judenheit wärmt, — und ihr seht nichts als gelbe Flecke. gefunden bei www.textlog.de

Nr. 217, VIII. Jahr

23. Jänner 1907.

30
Jul
08

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歌手

vienna teng

Gravity

Artist: Vienna Teng
Titel: Gravity

Hey love
Is that the name you’re meant to have
For me to call

Look love
They’ve given up believing
They’ve turned aside our stories of the gentle fall

But don’t you believe them
Don’t you drink their poison too
These are the scars that words have carved
On me

Hey love
That’s the name we’ve long held back
From the core of truth

So don’t turn away now
I am turning in revolution
These are the scars that silence carved
On me

This the same place
No, not the same place
This is the same place, love
No, not the same place we’ve been before

Hey, love
I am a constant satellite
Of your blazing sun
My love
I obey your law of gravity
This is the fate you’ve carved on me
The law of gravity
This is the fate you’ve carved on me

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