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Neugier: 39. Woche


Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems,

das gelöst werden will.

Gallileo Galilei

 

Galileo Galilei – Porträt von Justus Sustermans, 1636

Galileo Galilei

* 15. Februar 1564 in Pisa

† 8. Januar 1642 in Arcetri bei Florenz

 war ein italienischer MathematikerPhysiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften machte.

Eltern: Der Musiker Vincenzo Galilei, der einem Patriziergeschlecht der Stadt angehörte, und Giulia degli Ammannati. 

Im Jahr 1575 zog Galileo mit seinen Eltern nach Florenz. Für das Studium der Mathematik kehrte er 1581 nach Pisa zurück, wo er bis 1585 studierte. Im Jahr 1589 ernannte man ihn an der dortigen Universität, 1592 an der Universität von Padua zum Professor für Mathematik. 1600 und 1601 wurden seine Töchter Virginia und Livia und 1606 sein Sohn Vincenzo 1591 geboren.

Der von der Naturwissenschaft begeisterte Galileo tat sich infolge der Erscheinung eines neuen Sterns ab 1606 mit astronomischen Studien hervor. Zu diesem Zweck entwickelte er in Padua ein in Holland gebautes Fernrohr weiter, mit dessen Hilfe ihm der Nachweis der Struktur der Milchstraße und der Mondoberfläche gelang. Im Januar 1610 entdeckte er die vier ersten Jupiter-Monde, die er zu Ehren des Großherzogs von Toskana, Cosimo II. de’ Medici, “Medicea Sidera” nannte. Diese Entdeckung war deshalb so bedeutsam, da das Gravitationssystem des Jupiters den Forscher zur schrittweisen Entwicklung seiner Theorie des solarzentrierten Planetensystems veranlasste. 

Nachdem Galilei im Juli 1610 nach Florenz zurückgekehrte, ernannte ihn der toskanische Großherzog zum ersten Mathematiker und Philosophen im Staate. Seine astronomischen Forschungsergebnisse, zu denen sich nun auch die Sonnenflecken und der Ring des Saturns gesellten, wurden in der naturwissenschaftlichen und religiös-philosophischen Fachwelt zum Teil äußerst skeptisch, zum Teil mit Begeisterung aufgenommen.

Bei der katholischen Kirche stießen seine wissenschaftlichen Erkenntnisse anfangs durchaus auf Anerkennung. 1611 sah sich Galilei anlässlich seines Besuchs bei Papst Paul V. in die römische “Academia dei Lincei” aufgenommen und von der päpstlichen Gelehrtenwelt geehrt.

Zu weitreichenden Konsequenzen für das religiös-philosophische Weltbild der Zeit führte jedoch seine Erforschung des Sonnensystems: Galilei gewann daraus ein heliozentrisches Weltmodell, das auf der wissenschaftlichen Erkenntnis fußte, dass die Planeten um die Sonne kreisten und somit nicht die Erde, sondern die Sonne Mittelpunkt des Systems sei. Damit wies er eine seit 1514 von Nikolaus Kopernikus entwickelte und publizierte Theorie erstmals durch naturwissenschaftlich-astronomische Beobachtungen und Forschungen nach.

Mit zunehmender Verbreitung seiner Lehre, die in klarem Widerspruch zum geozentrischen Weltbild der Bibel stand, wuchs die Beunruhigung der katholischen Instanzen. 1615 denunzierte ein Dominikanermönch Galilei als Häretiker bei der Kongregation des Heiligen Uffiziums in Rom, d. h. beim päpstlichen Inquisitionsgericht. Im Jahr 1616 verurteilte das Inquisitionsgerichts die kopernikanische Lehre als Irrtum. Galilei wurde ihre weitere Verbreitung untersagt, die Lehrschrift des Nikolaus Kopernikus von 1543 auf den Index der verbotenen Literatur gesetzt.

 

Schmerzliches Mißverständnis
im »Fall Galilei« überwunden

Ansprache von Papst Johannes Paul II.
an die Päpstliche Akademie der Wissenschaften am 31. Oktober 1992

 

Die Katholische Kirche brauchte noch mehr als ein Jahrhundert, um 1757 die Lehre von Kopernikus und Galilei anzuerkennen und ihre Werke aus dem Index der verbotenen Bücher zu nehmen. Erst unter Papst Johannes Paul II gestand sie 1992/93 mit der Rehabilitation beider Gelehrten auch den einst begangenen Justizirrtum ein. In der neueren Forschung wird immer mehr die Theorie vertreten, Galilei sei damals wegen seiner Abweichung von der tridentinischen Eucharastielehre veruteilt worden. 

Galilei begründete mit René Descartes ein neues Zeitalter der Wissenschaftslehre durch eine Methodenänderung. Er fragt nicht nach dem „Warum“ eines Ablaufpozesses sondern nach dem „Wie.“ >>> Who’s Who

Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

 

.

Leitsprüche

 


5 Responses to “Neugier: 39. Woche”


  1. 1 schanzenbach
    22. September 2008 um 10:09

    … UND >
    Hindernisse sind jene furchtbaren Dinge, die du siehst, sobald du den Blick von deinem Ziel abwendest.
    (Henry Ford)

  2. 2 m.
    22. September 2008 um 16:23

    oh, dazu fällt mir ein Text aus eigener Feder ein >
    http://matha.wordpress.com/2008/07/12/schuldig-der-ketzerei

  3. 22. September 2008 um 17:12

    „Das Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht würde ich allen wärmstens empfehlen.

  4. 23. September 2008 um 13:42

    Oh ja, und ohne Neugierde gäbe es gar kein Weiterkommen, keine Weiterentwicklung, kein Wachstum… Da können wir uns von Kindern viel abschauen – und wenn man keine hat, so wie ich😉, dann kann man auf Entdeckungsreise gehen nach dem inneren Kind… Es ist immer da, es ist immer neugierig!
    Liebste Grüße von Elisabeth

  5. 5 Uwe
    25. September 2008 um 00:20

    Das Buch über ihn war „schön“..die Klausur über das Buch und wiederum über ihn..weniger schön:-/


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