15
Okt
08

Mitgefühl für Jörg Haider?


Jörg Haider.Weblog.

Mir als geborener Kärntnerin,

gehen die Ereignisse der letzten Tage ..

ja .. sehr zu Herzen.

Beginnend beim, in der Gesamtbetrachtung, überraschenden Wahlausgang, dem dramatischen plötzlichen Tod von Jörg Haider, bis zu den zum Teil überraschenden Reaktionen die Sein Ableben begleiten.

BM.I: Nationalratswahlen 2008

Anfang der 80er des vorigen Jahrtausends als ich nach Wien übersiedelte wurde ich immer wieder, manchmal nicht in feiner Art, auf mein ach so RechtesUrsprungsBundesLand angesprochen.

So, als ob, es dies im  RotenWien nicht geben könnte. Ich wurde nicht müde zu erklären das Jörg Haider ja gar kein Kärntner sei, sondern „auch“ ein Oberösterreicher, geboren in Bad Goisern, der erst als er im eigenen Land keine nötige Unterstützung fand, von FPÖ Politikern nach Kärnten eingeladen, den Erfolg außerhalb seines Heimatlandes fand.

Ein typisch,

Österreichisches Schicksal!.

.

Im laufe der folgenden Jahre,

fast schleichend,

vollzog sich ein Wandel.

Da ich mich, im gewissen Sinn, als eine Exil-Kärntnerin fühle, kam ich mir wie verfolgt vor.

Auch in den anderen Bundesländern, der Österreichischen Republik, setzten sich die Ideen des Populisten Jörg Haider, nicht zuletzt durch die Sprach- und Tatenlosigkeit der herrschenden Parteien, durch.

In den letzten Wochen waren die Ereignisse um Dr. Jörg Haider ein Wechselbad der Gefühle. Der Schock nach der vergangen Wahl, bei der die Rechte Seite des Landes grandiose Stimm-Gewinne schaffte, da die anderen Parteien noch immer nicht die richtigen Worte gefunden haben um mit Ihren Landeskindern zu sprechen.

Diese Art aber, mit den Leuten zu reden, war aber eine der hervorstechendsten Eigenschaften des „Lebensmenschen“  „Jörg“. Menschen zu begeistern und auf Sie zuzugehen. Ein Visionär.

Und nun da der „Feind“ gestorben ist, kommt gar keine Freude auf? ..

NEIN,

wieder bin ich betroffen,

und verbleibe als Sprachloser „Gutmensch„!

Ich habe gerade,

via Sozialgeschnatter, dieses wiederum via Journalistenschredder,

ein Video von Robert Misik,  der für den Standard schreibt, entdeckt ..

.. es trifft mich ..

im Herzen.

Robert Misik beschreibt darin einige meiner Gefühle.

Schaut es Euch an, falls Ihr es nicht eh‘ schon kennt. Es gibt darin, von einer wohlklingenden Stimme begleitet, wesentlich MEHR zu SEHEN als die furchtbaren Bilder des Autounfalles.

Als einer rettungslos, hoffnungsvollen Optimistin, währe mir ein andere Wandlung des „Alten Herrn’s„, wesentlich lieber gewesen.

FS Misik Folge 46: Jörg Haider. Das Ende einer Dienstfahrt

misik.at: Rechts aus der Bahn geworfen

Jörg Haider. Das Ende einer Dienstfahrt on YouTube.RobertMisik

Wo, verdammt noch mal, kommt dieses irre Gefühl her? Dieses, ja, was für ein Gefühl eigentlich? Erschrecken. Mitgefühl. Fast so etwas wie Trauer. Ich starre auf den Bildschirm: „Jörg Haider tot“, steht da in riesigen Lettern.

>>> Der ganze Text des Videos bei taz.de: Rechts aus der Bahn geworfen

.
Andere Berichte von mir
>>> Lebensmensch: Wort des Jahres 2008
>>> Nach Drohungen: Stermann & Grissemann sagen Auftritt in Kärnten ab
>>> BZÖ mit Petition gegen „Willkommen Österreich
>>> „Willkommen Österreich“ über Haider auf YouTube
>>> :.:.: Krone Interview mit Stefan Petzner: Auf YouTube
>>> Was ist ein Lebensmensch?
>>> TeleText: Haider wird heute aufgebahrt
>>> Jörg Haider: zur Biographie
>>> ORF-TeleText: HAIDER FUHR VIEL ZU SCHNELL und hatte 1,8 Promille
>>> 11. Oktober: Jörg Haider (58) bei Autounfall gestorben

24 Responses to “Mitgefühl für Jörg Haider?”


  1. 15. Oktober 2008 um 05:14

    Wie empfindest du das Video? (Erwähnst du es hier, weil es dir aus dem Herzen spricht, oder aus anderen Gründen?)

    Eine österreichische Freundin mailte mir vorhin, Dr. Jörg Haider habe sich als Oberösterreicher den Kärntner Dialekt erst draufschaffen müssen. (Wg. seiner Polit-Karriere? Das fände ich a bisserl zu opportunistisch/anbiedernd …)

  2. 15. Oktober 2008 um 09:39

    @ pjebsen
    Es trifft mich .. im Herzen, Robert Misik beschreibt gekonnt meine Gefühle.
    Ich Danke Dir das ich durch Dich/Euch auf Ihn aufmerksam gemacht wurde. Auf seiner Site gibt es einiges zu entdecken.
    Und vielen Dank das Du meinen Beitrag kommentierst, also nehme ich an das die Verlinkung für Dich OK ist.
    Liebe Grüße
    Karin

  3. 15. Oktober 2008 um 10:52

    @NiRAk: Selbstverständlich ist die Verlinkung okay! Freut mich, dass dich Misiks Video genauso anspricht wie mich.

  4. 4 Matthias
    15. Oktober 2008 um 18:26

    Man sollte nie vergessen was Jörg Haider fürs Volk geleistet hat,er mag ja sehr hart im Gericht gewessen sein wenn es um Ausländer und asylpolitik gegangen ist,aber sein wir uns ehrlich wie viele Österreicher haben es schon satt im eigenen Land fast schon ein Auläder zu sein!?(ich persönlich glaube mehr als 30% soviel halten ja FPÖ und BZÖ bekanntlich zusammen). Gut man könnte jetzt sagen wenn wir nur unter anführungszeichen 30% ausgehen die meines erachtens sehe viel ist das wir ein sehr Auläderfeindliches Volk sind.Die kernfrage für mich ist aber das wieso denk das Volk so? Ich will mich mit meinen 23 Jahren nicht anmassen die Frage beantwoten zu können,aber kann es sein das jugendliche von ausländischen Familien deutlich mehr unterstützt werden.Ich sage es gibt genug Familien in österreich die dringend unterstützt werden sollten,sowie Pensionisten die dieses Land nach dem Krieg wieder aufgebaut haben und jetzt teilweise mit mindestpensionen mehr oder weniger durchschlagen müssen. Mir ist schon klar das in den Medien besser rüberkommt wenn man eine arme Flüchtlingsfamilie einen Urlaub spendiert, aber ist es nicht so so gern man Kinder auch hat die eigenen bleiben die eigenen und die benachteiligt man doch nie sein eigen Fleisch und Blut oder. U bitte wacht nd das so finde ich tut die österreichische Regierung bitte wacht auf bevor es zu spät ist.Jörg Haider war ein Mann des österreichischen Volkes vergesst das nicht!

  5. 15. Oktober 2008 um 19:08

    Grüß Dich Matthias,
    auch Dich möchte ich an dieser Stelle begrüßen, obwohl Du vielleicht meinen Bericht nicht für gut befindest.

    1. Haider hat sehr viel für das Volk geleistet: Da hast Du recht. Neidisch sehe ich zum Beispiel bei Schulbeginn nach Kärnten, wo Familien für jedes Schulkind Geld bekommen.
    ABER ich weiß auch wie diese Leistungen finanziert werden, nämlich durch einen Total-Ausverkauf des Landes. Kärnten verkauft die Güter, die meiner Meinung nach dem Volk gehören sollten, obwohl es bei der Verwaltung dieser Gemeinschaftsgüter in der Vergangenheit und wohl auch in der Gegenwart nicht korrekt zu ging.
    2. Ausländer: Ich denke auch das ein Großteil der Stimmen bei unserer letzten Nationalratswahl auf dieses Konto gehen. Andere Parteien sprechen Probleme die es in der Bevölkerung gibt nicht an, oder sehen Sie auf viel zu verklärte Art und Weise an. Nicht jeder Österreicher ist ein schlechter Mensch aber auch nicht jeder Ausländer oder Neoösterreicher ist ein guter Mensch. Ich lebe in einem Bezirk von Wien mit einem sehr hohen Anteil an Ausländern. Es ist leider nicht zu übersehen das es darunter welche gibt, die meine Wertvorstellungen verwerflich finden. Vor allem auch schon mal aus dem Grund heraus das ich eine Frau bin.
    ABER: Auch hier haben die Regierungen Schüssel I + II das soziale System ausgehöhlt, und wurden vor 2 Jahren zu Recht abgewählt. Nur das Gedächtnis der Wähler ist ein kurzes, den die Wahlsieger der letzten Wahlen sind für unsere derzeitigen Probleme mitverantwortlich.

  6. 15. Oktober 2008 um 21:06

    Mir tut es leid, dass er sterben musste. Aber seine politische Ansichten teile ich nicht!

  7. 16. Oktober 2008 um 03:22

    @sunrisedreamer: Der Hauptmann ist hackevoll (1,8 Promille) mit 140 bis 170+ km/h durch eine 70-km/h-Zone gebrettert und hat damit auf mehrfache Art und Weise die Leben anderer gefährdet.

    Wenn er deswegen sterben musste, ist er selber Schuld.

    Der betrunkene rechtspopulistische Raser muss einem der mittlerweile bekannten Tatsachen nicht Leid tun.

    Ich bedauere nur seine Angehörigen, von denen sich der 58-jährige auf eine solch unreife und unverantwortliche Art und Weise (nicht) verabschiedet hat.

  8. 8 Ken
    17. Oktober 2008 um 08:43

    Ich stamme mütterlicherseits auch aus dem Kärntner Land. In der Steiermark geboren, habe ich mich aber lange Zeit als ein in Kärnten geborener ausgegeben. Mit Kärnten verband ich halt Urlaubsstimmung, freundliche Menschen, einen umwerfend süßen Dialekt und vor allem den Wörthersee. Ja das Wasser hatte es mir besonders angetan. Für mich begann Kärnten in meiner Kindheit ja schon am Furtner See bei … ! Da schlug mein Herz schon höher ! Heute weiß ich natürlich, daß der noch in der Steirmark liegt ! Aber damals war’s eben noch anders ! Dann Friesach ! Die weit über die Grenzen hinaus bekannten Burghofspiele ! Ich war selbst zwar nie dort, aber vielleicht war der Zauber gerade deswegen zu unzerstörbar. Die Friesacher mögen mir verzeihen !
    Von Ferlach aus, von dort stammt meine Mutter, sind wir bei Verwndtschaftsbesuchen immer wieder zum Loretto Bad am Wörthersee gefahren. Ich, Sohn eines kleinen Postbeamten, am in der ganzen Welt gerühmten Wörthersee. Bei einem dieser Ausflüge habe ich dann beschlossen, Kärntner zu werden.
    Ich habe zwar irgendwann aufgehört zu behaupten Kärnter zu sein, aber im Inneren hat das weiter angedauert. Von meiner Lea später dann schon immer wieder leicht belächelt.
    Aber wir fuhren beide leidenschaftlich gerne mit unserm Sohn in’s Kärnterland zum Urlauben. Bis … !
    Angefangen hats, als der unseligen Herr Haider die politische Bühne betrat.
    Es war, als hätten fast alle unsere Gastgeber, inklusive Umfeld auf diesen, ihren „Erlöser“ gewartet ! Alles Schreckliches was aus diesm „Lebensmenschen“ herausgequollen ist, fand man, hätte ja schon lange gesagt gehört und überhaupt !
    Diese vormals netten Menschen wurden in immer größeren Maße für uns unerträglich. Es gab keinen Tag, an dem wir nicht in irgendeiner Form mit den Themen, die Jörg Haider strapazierte, von unseren Gastgebern und deren Personal im Glauben, wir müßten ihre Meinung teilen, angesprochen wurden. Auch in den Geschäften erwartete man permanent Zustimmung für die Haiderschen Äußerungen. Das: “ Do hot a oba schon recht, da Jörg“ wurde ja schon „sprichwörtlich“.
    Da wir dann feststellten, daß wir uns beim Kärnten-Urlaub nicht mehr entspannen konnten, haben wir unsere Zelte abgebrochen.
    Ja, ab und an fahren wir noch zur Sissy Sonnleitner nach Kötschach/Mauthen, aber ansonsten hat uns das ehemalige Ferienparadies als Gäste verloren.
    Bei unserer letzten Italienfahrt (wir machen immer in Pörtschach bei Wienerroither Rast), hatten wir die Bedienung auf die vielen leeren Geschäfte in Pörtschach angesprochen. Die Antwort war für uns bezeichnend für das Klima in diesem Land: „Dos worn die Auslända, die hobn olles gekauft“ ! Auf unsere provokante Frage, warum denn die Inländer verkauft hätten, wußte man nichts zu sagen. Die hat der Jörg fest im Griff. Kärnten (die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache) wurden von Haider uns seinen Buberln niedergewirtschaftet. Aber das will und „kann“ zumindest die Hälfte (nach seinem Tod werden es kurzzeitig sogar mehr sein) der Bevölkerung nicht wahrhaben !

  9. 18. Oktober 2008 um 10:12

    Lieber Ken,
    Dein Kommentar freut mich besonders, weil Du ja auch auf eine so vielseitige Weise mit diesem Land verbunden bist.
    Ich Danke Dir vielmals für diesen persönlichen und aufschlussreichen Kommentar, der ja schon ein Bericht ist.

    Ich bin jetzt ganz besonders gespannt wie „Die Kärntner“ nun mit den für Sie offensichtlich völlig Neuen-Bild Ihres geliebten Landesvaters umgehen ..

    Liebe Grüße
    Karin

    @ pjebsen: Mir tut er in einer gewissen Weise auch leid, obwohl er es wahrscheinlich nicht verdient hat.

    @ „Ich bedauere nur seine Angehörigen, von denen sich der 58-jährige auf eine solch unreife und unverantwortliche Art und Weise (nicht) verabschiedet hat“.
    .. aus diesen Worten spricht die reine Wahrheit.

  10. 10 freidenkerin
    13. Dezember 2008 um 02:31

    Das ist ein ausgesprochen gutes Video, weil jegliche reißerische Polemik und Dramatik tunlichst vermieden wird. So sollte Journalismus sein. Auch meine Wenigkeit – beheimatet im „fernen“ Bayern – wußte mit den reißerischen, populistischen und bisweilen schon sehr rechts angehauchten Äußerungen eines Jörg Haiders nichts anzufangen. Und dennoch hat mich sein Tod betroffen gemacht – seiner Familie wegen. Dann sage ich mir aber auch, daß im Ewigen Gesetz des Karmas nichts ohne triftigen Grund geschieht.
    Danke für deinen Hinweis zu diesem Blog-Beitrag von dir. Ich hätte sonst, was die eigentliche Bedeutung des österreichischen Wort des Jahres betrifft, weiterhin im Dunkeln getappt.

  11. 13. Dezember 2008 um 10:40

    @ freidenkerin ich freue mich sehr das Du Dich zu meinen alten😉
    aber doch wieder aktuellen Beiträgen – rück-gearbeitet hast.
    Das Video ist sehr gut und trifft eben auch meine Gefühle ..
    .. sein Abtritt aus Dieser Welt musste wohl ein ganz besonderer sein


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